DIY Hydrofoil Reparatur - Ausbrüche am Frontflügel reparieren

DIY Hydrofoil Reparatur - Ausbrüche am Frontflügel reparieren

Foto: Silvio Hesse

 

Die meisten Hydrofoils haben im Laufe ihres Lebens irgendwann Bodenkontakt. Das lässt sich kaum vermeiden. Kleine Kratzer wirken sich auf das Fahrverhalten auch eigentlich kaum aus, zumindest auf meinem Fahrniveau. Nimmt man an Rennen oder anderen Wettbewerben teil, kann das schon anders aussehen.

Tiefere Kratzer oder Ausbrüche können schon mehr ins Gewicht fallen. Dabei kommt es auch darauf an, wo sich die Schäden befinden. An meinem Frontflügel haben mir vor allem die kleinen Ausbrüche am Tip zu schaffen gemacht. Es wurde Zeit für eine Reparatur.

Wie ich dabei vorgegangen bin und welche Fehler du vermeiden solltest, erfährst du Schritt für Schritt in diesem Beitrag.

 

Die Reparaturschritte

 

Der Beitrag zeigt zuerst die Schritte zum Schleifen des Foils und danach die Schritte zum Wiederaufbau mit Epoxid, für den Fall, dass Ausbrüche nicht bloß durch Wegschleifen beseitigt werden können.

Kleiner Tipp vorab: Wenn du nur eine kurze Übersicht brauchst, kannst du auch zum Ende des Beitrags scrollen: Dort ist eine ;) . Für alle anderen kommt hier die etwas ausführlichere Variante.

 

Schritte zum Schleifen

 

1. Schadensanalyse

Um die richtige Vorgehensweise zu wählen, sollte man sich die Schäden genau ansehen.

Kleine Schäden lassen sich teilweise relativ einfach und schnell durch Schleifen entfernen. Bei tieferen Kratzern oder Ausbrüchen kommen dann vorm Schleifen noch Füllmittel zum Einsatz.

In einem Video zum Schleifen eines Armstrong-Foils, das ich sehr hilfreich fand, habe ich es so verstanden, dass Schäden ab einer Tiefe von 0,4 Millimetern (vor allem in den zentralen Bereichen des Foils) besser aufgefüllt werden sollten. Um sicherzugehen, dass man nicht zu viel Material abschleift, empfiehlt es sich vielleicht sogar, einen noch kleineren Grenzwert zu wählen – vor allem, wenn man die genauen Materialstärken seines Foils nicht kennt.

Obwohl die Ausbrüche am Wingtip größer waren, habe ich mich trotzdem erstmal fürs Wegschleifen entschieden, da ich zum Aufbau mit Epoxid ohnehin loses oder bröckelndes Material entfernen musste.

 

2. Vorbereitung zum Schleifen

 

Material & Tools

Unter anderem, weil man den Epoxid- und Carbon-Staub nicht in der Lunge haben möchte, empfiehlt es sich, nass zu schleifen. Daher sollte man bei der Wahl des Schleifpapiers oder -pads darauf achten, dass es zum Nassschleifen geeignet ist. Ich habe Schleifpapier von Bosch verwendet, das ich eh noch in der Werkstatt hatte. Ob es sich zum Nassschleifen eignet, habe ich ehrlich gesagt eher ertestet: Es hat gehalten und den Job gut erledigt. Nur bei dem 1200er Schleifpapier hatte ich den Eindruck, dass am Ende etwas weniger "Sand" auf dem Papier war. Das könnte auch am Wasser gelegen haben. 

Das Schleifpapier habe ich in folgenden Körnungen verwendet:

80er: Zum groben Runterschleifen überschüssigen Materials beim Wiederaufbau

120er: Zum (Re)Shapen

320er: Zum Glätten und beseitigen kleiner Kratzer

600er: Um das Foil geschmeidig zu schleifen

1200er: Feinschliff 1

2000er: Feinschliff 2 (optional) 

Mit 2000er habe ich nicht nochmal drüber geschliffen. Mache ich aber bestimmt noch. 

Zum (Re)Shapen kann man wohl auch mit gröberer 80er-Körnung anfangen. Ich habe mich aber lieber langsam mit 120er-Körnung herangetastet. Damit trägt man zwar weniger Material ab und muss mehr schleifen als mit 80er, aber die potentiellen Fehler fallen auch geringer aus und es hinterlässt weniger Spuren.

Um das Schleifpapier richtig zu kontrollieren und führen zu können, habe ich für die  gröberen Arbeiten einen Schleifklotz aus Kork und einen Schaumstoff-Schleifklotz verwendet. Der Schaumstoff-Schleifklotz bietet den Vorteil, dass er sich der Form des Foils leicht anpasst und das Schleifpapier durch den am Klotz befindlichen Klett gut hält. Bei dem Schleifklotz aus Kork habe ich dafür ein etwas direkteres Gefühl der Kraftübertragung.

Um fortlaufend nass schleifen zu können, habe ich eine Schale mit Wasser befüllt, in der ich das Schleifpapier regelmäßig eingetaucht habe, um es nass zu halten und gleichzeitig zu reinigen. Zum leichten Reinigen des Foils habe ich Küchenpapier verwendet.

 

Fotos: Silvio Hesse

 

Schutz

Für den Fall, dass ich bereits getrockneten Epoxid-, Carbon- oder Fiberglas-Staub aufwirbele, habe ich zusätzlich zum Nassschleifen auch eine Atemschutzmaske verwendet.

Zudem empfehle ich den Boden mit etwas auszulegen, das sich später leichter reinigen lässt als der Boden selbst oder entsorgt werden kann. Das habe ich zwar nicht gemacht, habe mir aber beim Putzen gewünscht, ich hätte es. ;)

 

Befestigung

Um die Unterseite des Flügels gut bearbeiten zu können, habe ich Mast, Fuselage und Frontflügel montiert und alles zusammen, umgekehrt in eine kleine Werkbank eingespannt. Um den Mast nicht zu beschädigen habe ich das Mast-Cover angelegt und nicht zu fest gespannt.

Um beim (Re)Shapen des Tips auch die Oberseite gut im Blick zu haben, habe ich den Flügel auch demontiert bearbeitet, so dass ich ihn umdrehen konnte.

 

Foto: Silvio Hesse

 

3. Let's go: (Re)Shapen durch Wegschleifen

 

Um dem Foil wieder eine schöne hydrodynamische Form zu verpassen, habe ich das 120er-Schleifpapier zunächst auf einen Kork-Schleifklotz gelegt, so dass ich es an den Seiten zusammen mit dem Klotz festhalten konnte. Nachdem ich alles mit ordentlich Wasser getränkt hatte, habe ich angefangen störende Stellen zu entfernen und auf die neue Form hinzuarbeiten. 

 

Video: Silvio Hesse

 

Als ich mich der neuen Form genähert hatte, habe ich das Schleifpier auf den Schaumstoff-Schleifklotz gespannt und weiter auf die neue, angestrebte Form hingearbeitet. 

 

Foto: Silvio Hesse

 

Als die neue Form schon fast erreicht war, habe ich das Schleifpapier in die bloße Hand genommen und gewölbt entlang der Rundung geführt, so dass ich die Form des Foils mit den Fingern fühlen konnte. Das ist besonders für die Rundung der Leading Edge empfehlenswert.

 

Foto: Silvio Hesse

 

Mit den Fingerspitzen habe ich auch neben dem optischen Check immer wieder kleine Unebenheiten erfühlt.

Während aller Schleifprozesse (auch mit den nachfolgenden Körnungen) habe ich das Schleifpapier immer wieder ins Wasser getaucht und dadurch neu befeuchtet und gesäubert. 

Empfohlen wird, auch das andere Foiltip mit dem neuen Shape zu versehen. Daher kann der Vorgang am anderen Wingtip wiederholt werden. Ich würde aber empfehlen, das erst in Angriff zu nehmen, wenn du genau weißt, wie die endgültige, neue Form auf der kaputten Seite aussieht.

 

4. Schleifen mit 320er-Körnung

 

Mit dem 320er-Schleifpapier veränderst du viel weniger am Shape. Ich habe es vor allem für das Finetuning genutzt und, um kleine Kratzer um die Stelle herum und am übrigen Flügel zu beseitigen.

Das Schleifpapier habe ich mal mit den Kork- und Schaumstoff-Schleifklötzen und mal in der bloßen Hand verwendet. 

Dabei wieder fortlaufend kleine Chips, Kratzer und Unebenheiten mit den Fingerspitzen erfühlt und so lange bearbeitet, bis sich das Ergebnis im wahrsten Sinne des Wortes gut angefühlt hat.

 

Video: Silvio Hesse

 

5. Glätten mit 600er-Schleifpapier

 

Ist alles soweit in der gewünschten Form und sind auch kleinere Kratzer weitestgehend entfernt, soll die Oberfläche wieder schön glatt werden. Dazu habe ich im nächsten Schritt 600er-Schleifpapier verwendet.

Um später am gesamten Frontflügel eine gleichmäßige Oberfläche zu haben, habe ich  den gesamten Flügel bearbeitet (also Flächen, Leading- und Trailing Edge). 

 

Video: Silvio Hesse

 

An den Flächen habe ich die Schleifbewegung in der Fließbewegung des Wassers am Foil durchgeführt. Ich weiß nicht, ob es was bringt, aber ich hatte das so ähnlich in dem Video zum Schleifen des Armstrong-Foils gesehen.

 

Video: Silvio Hesse

 

6. Feinschliff mit 1200er-Schleifpapier 

 

Damit der Flügel eine schön geschmeidige Oberfläche bekommt und das Wasser ihn fast widerstandsfrei umströmt, habe ich dann nochmal alles mit 1200er bearbeitet. 

Das Ergebnis war schon eine sehr geschmeidige, glatte Oberfläche. Aber wenn du's richtig wissen willst, kannst du im nächsten Schritt auch nochmal alles mit 2000er-Schleifpapier bearbeiten. 


Müssen es wirklich genau diese Körnungen sein?

Nein, du musst nicht exakt diese Körnungen verwenden. In den Anleitungen, die ich gesehen habe, wurden sie teilweise verwendet oder empfohlen, aber auch andere. Auch bei den Tipps zum Schleifen, die ich von anderen Foilern am Wasser bekommen habe, wurden neben den hier gezeigten teilweise auch andere Körnungen verwendet. Alles war aber ungefähr in ähnlichen Größen verortet.

Auch die Sprünge zwischen den Korngrößen in den einzelnen Schritten müssen nicht exakt eingehalten werden. Allerdings ist es - soweit ich das aus der Holzbearbeitung kenne - wichtig, die Abstände zwischen den verwendeten Korngrößen nicht zu groß zu wählen und wirklich mehrere Schleifschritte durchzuführen. Die gröberen Korngrößen tragen mehr Material ab, aber hinterlassen dabei auch Spuren. Mit der nächst feineren Korngröße wird weniger Material abgetragen und die Spuren der vorherigen Korngröße beseitigt. Das funktioniert am besten, wenn die Abstände zwischen den Korngrößen nicht zu groß sind, da zu feine Korngrößen nicht genug Material abtragen, um die Spuren der groben Korngrößen zu entfernen. Die Abstände zwischen den hier gewählten Korngrößen sind bereits ziemlich groß. Ich würde die Abstände also nicht größer, sondern ggf. eher kleiner wählen. Allerdings war ich mit den verwendeten Korngrößen zufrieden. Das Foil ist schön glatt und performt wieder super. Es muss für mich nicht wieder wie neu aussehen.

Anschließend habe ich auch gleich den Stabilizer entsprechend bearbeitet.

Sind beide Flügeltips ins neue Shape gebracht und ist alles schön glatt geschliffen, wäre die Arbeit damit eigentlich beendet. Bei mir hatte sich allerdings bereits vorher abgezeichnet, dass die Ausbrüche doch zu tief waren. Ich musste den Bereich mit zusätzlichem Material wieder aufbauen.

 

Schritte zum Wiederaufbau mit Epoxid

 

Wie vermutet hatte sich gezeigt, dass die Ausbrüche zu groß waren, um sie nur wegschleifen zu können. Ich musste ein wenig Material ergänzen, um das Foil richtig  reparieren zu können. 

 

Material & Tools

Für den Wiederaufbau habe ich Epoxid verwendet. Soweit mir bekannt ist, wird das für die meisten hochwertigen Foilflügel verwendet. 

Epoxid wird in größeren Mengen (z.B. bei Boardbau oder größeren Reparaturen) in zwei Komponenten verwendet, dem Epoxidharz und einem dazugehörigen Härter. Gegebenenfalls werden noch Füllstoffe zugesetzt. Bei der Reparatur größerer Stellen wird das Epoxid außerdem in einem Verbund mit Gewebeschichten verwendet (oft  Carbonfasergewebe bei Foils und Wingfoilboards und Fiberglasgewebe bei Surfboards zum Wellenreiten). Etwas mehr darüber findest du in unserem Beitrag zur Wingfoilboard-Reparatur.

Weil die aufzubauende Stelle nur sehr klein war, sich am Tip befand, ich nur sehr wenig Epoxid ergänzen musste und es schnell gehen sollte, habe ich Suncure verwendet, eine unter UV-Licht schnell aushärtende Epoxid-Fiberglas-Mischung aus der Tube. Die  Fiberglaspartikel im Epoxid machen es etwas besser bearbeitbar und stabiler.Neben Suncure gibt es noch weitere unter UV-Licht aushärtende Epoxid-Mischungen in der Tube (z.B. Solarez.)

Zum Aufbringen bzw. Verstreichen habe ich einen Holzspatel und meine Finger genommen. Zum Schutz meiner Hände habe ich dünne Nitrilhandschuhe getragen. Und um das Suncure auch bei wenig Sonne richtig aushärten zu lassen, habe ich zusätzlich eine kleine UV-Lampe benutzt.

Damit kein Suncure auf Stellen landet, wo es nicht hin soll oder um den Randbereich vor Schleifspuren zu schützen, kannst du Malertape verwenden. das lässt sich später wieder leicht lösen.

 

Foto: Silvio Hesse

 

1. Aufzubauende Fläche vorbereiten

 

> Loses Material entfernen, Stelle grob anschleifen und gründlich säubern

Zur besseren Verbindung sollte loses Material entfernt werden. Dazu habe ich ein Cutter und Schleifpapier verwendet.

 

Fotos: Silvio Hesse

 

Die Kontaktstelle sollte generell mit etwas gröberer Körnung (z.B. 120) angeschliffen und gut gesäubert werden (Staub, Schmutz, Fettrückstände vom Anfassen z.B. mit Alkoholpad entfernen). Das habe ich aus Zeitgründen beim ersten Materialauftrag nicht richtig gemacht. Das Suncure hat trotzdem gehalten, aber nach erneutem, mehrfachem und recht hartem Aufsetzen auf Ostseesandbänken, haben sich Stellen gezeigt, die möglicherweise später zum Lösen des ergänzten Materials hätten führen können. Bevor das während einer Session passiert, habe ich das ergänzte Epoxid daher vorher lieber selbst wieder entfernt und die Reparatur nochmal gewissenhafter durchgeführt. 

 

Was ich falsch gemacht hatte: 

  • Ich war in Eile und hatte die Stelle nicht noch einmal mit gröberem Schleifpapier angeschliffen, sondern das Suncure einfach auf die zuvor mit 1200er-Schleifpapier (schön glatt) geschliffene Fläche aufgetragen. Darauf hält das Suncure allerdings nur schlecht bis gar nicht. 
  • Ich hatte die Fläche nicht nochmal gründlich gereinigt.
  • Schlau wie ich war, hatte ich das Suncure außerdem bei der ersten Reparatur draußen aufgetragen, so dass der Aushärtungsprozess direkt begonnen hat, als das Epoxid aus der Tube raus war. Ich hatte dadurch kaum Zeit, es vernünftig zu verstreichen und habe teilweise schon etwas gehärtetes Epoxid verstrichen. 

 

2. Materialauftrag 

 

Damit das Suncure nicht direkt aushärtet, habe ich bei der zweiten Reparatur zum Auftragen einen Ort mit wenig UV-Strahlung gewählt.

Vor dem Auftragen habe ich die Tube nochmal leicht durchgeknetet, um die Epoxid-Fiberglas-Mischung nochmal etwas zu mischen.

Aufgetragen habe ich das Suncure direkt aus der Tube und anschließend mit einem Holzspatel und den Fingern etwas verstrichen. An der Stelle, an der ich mehr Material auftragen musste, habe ich transparentes Klebeband genutzt, um das Epoxid an Ort und Stelle zu halten. 

Wenn du nicht möchtest, dass das Epoxid auf dem Rest des Foils landet, kannst du um die zu reparierende Stelle herum noch Malertape anbringen. Das schützt und lässt sich später wieder leicht lösen.

Ich habe vorsichtshalber etwas mehr Epoxid aufgetragen, um sicherzugehen, dass ich später keine Stellen habe, wo Material fehlt. Man sollte aber darauf achten, dass nicht zu dick aufgetragen wird, damit das Epoxid auch wirklich durch die UV-Strahlung gut aushärtet (ggf. lieber mehrere dünne Schichten). Außerdem sollte man im Hinterkopf haben, dass alles, was man zu viel aufträgt, ja auch wieder weggeschliffen werden muss.

 

Foto: Silvio Hesse

 

3. Aushärten lassen unter UV-Licht

 

Zum Aushärten benötigt das Suncure UV-Licht. Dafür habe ich den Flügel in die Sonne gelegt. Unter idealen Bedingungen härtet das Suncure wohl bereits nach ein paar Minuten aus. 

Weil wir aber in Deutschland nicht unbedingt ideale Bedingungen haben und Bewölkung die UV-Strahlung so reduzieren kann, dass der Aushärtungsprozess deutlich länger dauert, habe ich zusätzlich eine UV-Lampe verwendet. Das scheint auch zu funktionieren, dauert aber bei größeren Flächen durch den kleineren Lichtkegel (zumindest bei meiner kleinen UV-Lampe) auch etwas länger. 

Die UV-Lampe habe ich vor allem ergänzend genutzt, z.B. nach Sonnenuntergang oder nachdem ich beim Shapen kleine vorher eingeschlossene Luftblasen frei geschliffen hatte, die dann winzige "Krater bildeten und ich deswegen nochmal eine zweite dünne Epoxidschicht aufgetragen habe. 

 

Fotos: Silvio Hesse

 

Sicherheitstipp: Nicht direkt ins UV-Licht schauen.

 

4. Shapen und Glätten

 

Nachdem das Suncure ausgehärtet ist (bei mir hat es ca. eine Stunde gedauert), kann es in den Schritten 1 - 6 mit Schleifpapier bearbeitet werden - shapen und mehrfach glätten. Dabei habe ich diesmal auch mehr darauf geachtet, vor allem an den Übergängen keine "Stufen" zu hinterlassen, sondern alles schön bündig zu gestalten. Weil ich an der Stelle, wo das transparente Klebeband war, recht viel Materialüberschuss hatte, habe ich diesen zuerst mit 80er-Schleifpapier runtergeschliffen. 

 

Fotos Tip von oben und unten: Silvio Hesse

 

Bei größeren Schäden kann es zur Reparatur sinnvoll oder notwendig sein, ein Epoxy-Carbon-Verbund zu verwenden sowie ggf. weitere Maßnahmen zu ergreifen. Für kleinere Schäden sollte das Suncure aber ausreichend sein.


 

Long Story short: Alle Schritte in einer kurzen Übersicht

 

Schritte zum Schleifen

 

1. Schaden begutachten

> entscheiden, ob Wegschleifen und (Re)Shapen für die Reparatur reicht

 

2.  Vorbereitung

> Flügel zur Bearbeitung befestigen.

> Schleifpapier in den Körnungen 120, 320, 600, 1200, Schleifklotz oder -klötze zurechtlegen

> mit Wasser befüllte Schale zum Nasschleifen in der Nähe des Flügels platzieren

> ggf. Atemschutz anlegen und den Boden vor Verunreinigung schützen.

 

3. Runterschleifen und (Re)Shapen mit 120er Schleifpapier 

> erst mit Klotz, dann teilweise Schleifpapier in der bloßen Hand, um mehr Kontrolle und Gefühl für die Form und Rundungen zu haben

Das andere Wingtip an die neue Form des reparierten Wingtips anpassen (wenn man sicher ist, wie die neue Form der reparierten Seite final aussieht).

 

4. Schleifen mit 320er-Körnung: 

> Finetuning, kleine Kratzer und Chips entfernen. Fingerspitzen zum Erfühlen von Unebenheiten nutzen. 

 

5. Glätten mit 600er-Schleifpapier

 

6. Feinschliff mit 1200er-Schleifpapier

Ggf. danach zweiter Feinschliff mit 2000er-Körnung

 

Schritte zum Wiederaufbau mit Suncure

 

1. Aufzubauende Fläche vorbereiten

> Loses Material entfernen, Stelle grob anschleifen und gründlich säubern

 

2. Materialauftrag 

> an einem Ort mit wenig UV-Strahlung

> mit Holzspatel und/oder Fingern verstreichen

> ggf. transparentes Klebeband verwenden, um dickere Epoxidaufträge an Ort und Stelle zu halten

> ggf. Malertape zum Schutz des angrenzenden Bereichs nutzen

 

3. Aushärten lassen unter UV-Licht

> Dauer abhängig vom Sonnenstand und Bewölkung

> ggf. ergänzend UV-Lampe nutzen

 

4. Shapen und Glätten 

> große Materialüberschüsse ggf. mit 80er Schleifpapier entfernen

> kontrolliertes Shapen mit 120er

> Finetuning mit 320er

> Glätten mit 600er, 1200er, ggf 2000er

 

 

Kleiner Disclaimer: Ich bin kein professioneller Shaper. Ich teile hier lediglich meine persönliche Erfahrung, wie ich mein beschädigtes Foil repariert habe. Das beschriebene Vorgehen basiert auf Recherchen, Tipps von anderen Foilern sowie verschiedenen Anleitungen und Videos, die ich auf meinen konkreten Fall angewendet habe. 

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